Flashbacks und Dissoziation: Wie sie sich anfühlen und wie man sie unterbrechen kann

Nach einem traumatischen Erlebnis können Flashbacks passieren. Wie es ist, ein solches zu erleben und wie man aus diesem Wiedererleben rauskommt.

Ich sitze auf dem Sofa und schaue Fern. Eigentlich bin ich ganz entspannt. Mein Freund liegt auf dem Sofa neben mir. Es läuft gerade „The Voice of Germany“. Plötzlich merke ich, wie mein Atem schwer wird. Ich habe das Gefühl keine Luft mehr zu bekommen. „Langsam ein- und ausatmen“, denke ich mir. Doch es funktioniert nicht.

Ich hyperventiliere. Mein Atmen ist kaum mehr unter Kontrolle. Ich habe Angst. Meine Wahrnehmung verschwimmt. Ich fühle mich ohnmächtig, hilflos, ausgeliefert. Ich bin nicht mehr auf dem Sofa zu Hause. Es fühlt sich an, als läge ich irgendwo ausgeliefert, von oben drückt Gewicht auf mich, bilde ich mir ein.

Mein Ohr piept laut, mein Gehirn ist völlig neben der Spur. Ich atme schnell und flach. Ich habe Todesangst.

Knapp 10 Minuten befinde ich mich in diesem Zustand bis ich ganz leise die Stimme meines Freundes höre. „Atme langsam, ein- und aus“, sagt er sanft. Langsam kehre ich ins Wohnzimmer zurück. Ich sehe Bilder, die ich gemalt habe, meinen Hund, Kerzen, ein Holztisch. Ich beruhige mich.

Flashbacks sind der Horror. Sie versetzen dich zurück zu dem Ereignis, das dich traumatisiert hat, eine Vergewaltigung, ein Überfall, ein Terroranschlag, Krieg. Du hast das Gefühl, du wärst wieder mittendrin. Dein Körper ist auf Alarm getrimmt, dein Hirn kann nicht mehr zwischen Jetzt und Vergangenheit unterscheiden und deine Gefühle fühlen sich so wie damals an.

Was hilft? Mit Flashbacks und/oder Dissoziationen (Defintion: krankhafte Entwicklung, in deren Verlauf zusammengehörige Denk-, Handlungs- oder Verhaltensabläufe in weitgehend unkontrollierte Teile und Einzelerscheinungen zerfallen) kann man umgehen. Es ist auch wichtig, zu lernen, diesen zu entkommen. Solche Zustände auszuhalten sind schlimm und können zu retraumatisierungen führen.

Etwas zentrales, um mit Flashbacks und Dissoziationen umzugehen, ist das Erkennen von Frühwarnzeichen. Diese sind individuell. Es können Düfte, ein bestimmtes Geräusch, Köperempfindungen oder Fernsehshows sein. Erkennt man solche Frühwarnzeichen muss gehandelt werden. Am besten sind wirksame Hochanspannungs-Skills, die einem wieder auf ein mittleres Anspannungsniveau bringen können (Igelball, Ammoniak, Duftstift, saure Bonbons).

Wenn es zu spät ist und ein Flashback oder eine Dissoziation eintritt, kann Diskrimations-Training helfen. Ziel ist es, dass man lernt, die Unterschiede zwischen der aktuell schwierigen Situation und der damaligen traumatischen Situation wahrzunehmen. Dafür kann eine Tabelle helfen, die man für den Notfall immer dabei hat:

aktuellfrüher
Was sehe ich?
Was rieche ich?
Was höre ich?
Was fühle ich?
Was schmecke ich?
Wie ist die Umgebung?
Wie alt bin ich?
Welche Personen sind da?
Was sagen die Personen?
Was tun die Personen genau?
Wie kann ich reagieren?
Diskriminations-Tabelle

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